
NRW startet Aktion gegen K.O.-Tropfen zum Karneval
K.O.-Tropfen sind auf Partys eine unsichtbare Gefahr - besonders in der Karnevalszeit. Mit einer Aktion in Düsseldorfer Kneipen will die NRW-Justizminister Limbach jetzt sensibilisieren und Betroffene schützen.
Veröffentlicht: Dienstag, 10.02.2026 15:40
NRW-Justizminister im Interview: Härtere Strafen bei Einsatz von K.O.-Tropfen
NRW-Opferbeauftragte: Im Ernstfall sofort zur Polizei oder ins Krankenhaus
Bierdeckel mit klaren Botschaften
Kurz vor dem Start des Straßenkarnevals hat NRW-Justizminister Benjamin Limbach in der Düsseldorfer Altstadt eine Präventionsaktion gestartet. Gemeinsam mit der NRW-Opferbeauftragten Barbara Havliza verteilte er in Gaststätten Bierdeckel, Flyer und Plakate mit dem Slogan „Jeck aber sicher - lass dich nicht K.O.-tropfen“. Ziel ist es, Feiernde direkt dort zu erreichen, wo das Risiko besonders hoch ist: in Kneipen und Clubs.
Die wichtigsten Tipps für Feiernde
Opferbeauftragte Havliza betont vor allem einfache Vorsichtsmaßnahmen: Getränke nie unbeaufsichtigt lassen und im Zweifel lieber wegschütten. Wer sein Glas doch einmal stehen lässt, sollte Freunde bitten, darauf zu achten. Bei plötzlichem Unwohlsein gilt: Nicht alleine gehen und Hilfe suchen.
Schnell handeln im Verdachtsfall
Wenn der Verdacht besteht, dass K.O.-Tropfen im Spiel waren, zählt Zeit. Betroffene sollten sich sofort an die Polizei wenden oder in ein Krankenhaus gehen, damit mögliche Beweise gesichert werden können. Auf den verteilten Materialien finden sich auch QR-Codes zu Hilfs- und Beratungsstellen.
Höheres Strafmaß gefordert
Minister Limbach setzt sich zudem für härtere Strafen ein. Er kritisiert, dass Taten mit K.O.-Tropfen bislang teils geringer bestraft werden als solche mit Waffen. Sein Ziel: Eine Mindestfreiheitsstrafe von fünf Jahren bei Raub- und Sexualdelikten mit K.O.-Tropfen. Die Verabreichung dieser Substanzen sei lebensgefährlich und dürfe strafrechtlich nicht milder bewertet werden.
Autor: José Narciandi





